Ein Tag bei der Firma Leinach Tours

(ms) Am 28.02.2017 durfte ich einen Tag mit Busfahrer Atilla bei der Firma Leinach Tours vom Ausrücken vom Betriebshof bis Abends zum Einrücken miterleben. Langweilig wurde es im Bus von Atilla nie! Durch seine freundliche und lockere Art war stets eine gute  und ausgelassene Stimmung im Bus.

Es ist der 28.02.2017, ich befinde mich am Würzburger Busbahnhof und warte schon sehnsüchtig auf die Ankunft von Atilla. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk rollt das kleine Privatauto des Fahrers vor. Nachdem wir uns begrüßt haben, geht es auch schon los auf die kurze Fahrt zum Betriebshof der Firma Leinach Tours.

Anfangs bekomme ich den Betriebshof gezeigt und staune nicht schlecht über die sauberen und glänzenden Citaro Solo Busse sowie den Gelenkbus. Auch der Lions City Gelenkbus steht noch auf dem Hof und wartet auf seinen Fahrer. Anfangs werfen wir einen Blick in die kleine aber feine Werkstatt des Hofes. Dort begrüßt mich Werkstattmeister Darius. Er schraubt gerade an einem ex. Bremer O405 Solobus herum. Kurz lernen wir uns kennen, danach geht es weiter in den Personalraum der Firma. Hier sehen wir uns nochmals unseren Dienstplan an und informieren uns über eventuelle Umleitungen, die unsere Linien betreffen. Und tatsächlich, auch eine Umleitung aufgrund eines Faschingsumzugs betrifft uns heute. Danach öffnet Atilla die zwei Türflügel des Citaro C2G und wir betreten zum ersten Mal heute den noch ruhenden Gelenkbus.

Selbstverständlich darf vor keiner Fahrt die Abfahrtskontrolle fehlen, also beginnen wir diese mit einem simplen Blick auf das Multifunktionsdisplay des Busses. “Ad Blue ist voll, der Tank ist zur Hälfte gefüllt”, meint Atilla. “Da das Tanken sowieso noch auf unserer Tagesordnung steht wird uns der Tank keine Sorgen bereiten”. Weiter werfen wir einen Blick in den Fahrgastraum und schauen nach Fundsachen, die vielleicht von der gestrigen Schicht übrig geblieben sind. “Ist sauber!”, sage ich und gehe wieder nach vorne zu Atilla. Daraufhin setzen wir unseren Rundgang fort und erreichen schließlich den Motorraum des Busses. Hier prüfen wir den Keilriemen, welcher noch Top in Schuss ist. “Wenn Du den Keilriemen ungefähr eine Fingerbreite durchdrücken kannst und dieser fest sitzt, ist alles in Ordnung”, so Atilla. “Die werden bei uns schon ausgetauscht, wenn man noch einige tausend Kilometer damit fahren könnte. Da geht unser Werkstattmeister auf Nummer Sicher.” Kühlflüssigkeit ist auch noch genügend vorhanden und es sind keine Flüssigkeiten im Motorraum ausgetreten. Der Ölstand ist auch im grünen Bereich, stellen wir fest. Nachdem dies erledigt ist, testen wir noch alle Lichter sowie die Lichtschranke der Tür 3 und die Reversiereinrichtung der ersten beiden Türen. Nun meldet sich Fahrer Atilla auf dem Fahrscheindrucker an und wir können vom Betriebshof ausrücken.

Der Weg nach Güntersleben führt aufgrund einer Umleitung auch über einen Feldweg. Der Bus wird hier ganz schön geschüttelt. Auf der Fahrt durch den Ort begegnen uns einige Faschingsnarren, die von Atilla mit einem fröhlichen “Helau!” gegrüßt werden. Die Dienstfahrt nach Güntersleben verläuft ereignislos. An der Ersatzhaltestelle “Fahrentalstraße” angekommen begrüßt der Fahrer die ersten Fahrgäste mit einem freundlichen “Hallo” oder “Guten Tag”. Auch der erste Fahrschein wird verkauft. Die Fahrt auf der Linie 19 ab Güntersleben über Veitshöchheim bis zum Würzburger Busbahnhof verläuft super gut. Der Fahrplan drückt nicht zu sehr und die Fahrgäste sind, wie meistens bei Atilla, sehr nett. Kurz vor Würzburg wird das Mikrofon mit folgenden Worten getestet: “Sehr verehrte Fahrgäste, wir befinden uns nun im direkten Landeanflug auf den Würzburger Busbahnhof! Aktuell leider mit 3 Minuten Verspätung. Ich bitte dies zu entschuldigen und wünsche Ihnen selbstverständlich auch im Namen der Firma Leinach Tours noch eine sonnige Restwoche und denken sie immer daran: ein bisschen Spaß muss sein!” Für viele Fahrgäste kam die Ansage eher überraschend aber umso lauter wird nach dieser lockeren Ansage von den Fahrgästen applaudiert. Am Ende der Fahrt kommt sogar noch eine ältere Dame nach vorne, die meint “Sie sind der netteste Omnibusfahrer, den ich seit Jahren erlebt habe”. Da grinst Atilla zufrieden und bedankt sich für die netten Worte.

Nach dem Ende dieser Fahrt geht es zum Tanken auf das “BayWa” Gelände im Hafengebiet Würzburgs. Der Tank wird randvoll getankt und nach der kurzen Dienstfahrt zum Busbahnhof Würzburgs zurück geht es mit Fahrgästen an Bord wieder nach Güntersleben.

Auf dieser Fahrt wird der Bus ein wenig voller, aber die Gute Laune, die der leidenschaftliche Busfahrer ausstrahlt, lässt sich keiner nehmen. Auch auf dieser Fahrt gibt es wieder eine ähnliche Ansage und die Fahrgäste sind erneut begeistert. So verläuft der Tag bis spät Abends und auch nach Einbruch der Dunkelheit lässt sich noch ein fröhliches Grinsen in den Gesichtern der Fahrgäste nach den lustigen Ansagen beobachten. Viele Fahrgäste sind auch schon beim Einsteigen begeistert und man hört vereinzelt auch mal ein “Mensch, der ist aber Freundlich” oder “Der war aber nett”. “ „Morgens auf einem unserer Frühdienste habe ich immer meinen Fanclub dabei“, so Atilla. „Die sitzen meistens ganz hinten und freuen sich immer auf meine Ansagen. Als ich den Dienst mehrfach hintereinander hatte, habe ich mir natürlich ganz genau überlegt, was ich sage und auch da waren sie wieder begeistert. Und so hat sich ein kleiner Fanclub meiner Ansagen gebildet”, erzählt er stolz.

Später Abends haben wir unsere große Pause, die gut eine dreiviertel Stunde andauert. Hier ist Zeit für ein Abendessen beim Asiaten, bei dem wir wieder ins Gespräch kommen. Nach der letzten Linienfahrt beginnen wir unsere Dienstfahrt zurück auf den Betriebshof von Leinach Tours. Dort rüsten wir den Wagen noch ab, Atilla kehrt und wischt ihn noch aus und sieht nach Fundsachen. Nachdem alles sauber ist, geht dieser spannende und ereignisreiche Tag zu Ende und Atilla freut sich schon auf seinen nächsten Dienst.

Ich persönlich habe die Firma Leinach Tours als freundliches und offenes Busunternehmen mit gutem und familiären Arbeitsklima kennengelernt und möchte abschließend „Danke“ sagen, dass mir Frau Arpana Hoffmann, Inhaberin der Firma Leinach Tours, diesen tollen Tag inklusive Betriebsbesichtigung ermöglicht hat.